DNX 2017
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DNX 2017 Recap

Gestern war ich in Berlin auf der Digitalen Nomaden Konferenz, auch genannt DNX. Da noch ganz viel in mir arbeitet, möchte ich schon einmal ein Recap schreiben.

Mit welcher Erwartung habe ich das DNX Ticket gebucht? Da für mich schon recht klar ist, in welche inhaltliche Richtung es geht, habe ich mir von der DNX weniger Input in dieser Richtung erhofft. Darum habe ich auch nicht den Workshop Tag gebucht, sondern das Main Event. Mir ging es hauptsächlich darum, eine ordentliche Portion Motivation und Spirit mitzunehmen.

Pre-Events

In der Woche vor der DNX war ich im Coconat, eine Art Coworking und Coliving Gemeinschaft im südlichen Brandenburg.

Ursprünglich wollte ich zu zwei Pre-Events am Freitag fahren. Nachdem es vom Veranstalter hieß, dass die hierfür gebuchten Karten nicht gültig sind und man einfach so hinkommen solle, fragte ich am Freitag früh noch einmal nach, ob dort zu den angepeilten Events noch Plätze frei sind. Der Veranstalter schrieb daraufhin zurück: First come, first serve.

Wenn man ganz viel Zeit hat und neben der jeweiligen Location wohnt, ist das bestimmt in Ordnung. Ich hatte aber im Coconat eine wirklich tolle Zeit und nun sollte ich auf blauen Dunst nach Berlin fahren, um nicht zu wissen ob ich dann an den Pre-Events teilnehmen kann oder nicht? Also entschied ich mich dagegen.

Was an den Pre-Events für nicht-Berliner auch nicht cool war: Sie fanden an unterschiedlichen Orten statt. Das bedeutet viel hin- und herfahren im Berliner Großstadtdschungel. Es ist wie an jedem neuen Ort: Wenn du dich dort noch nicht auskennst, dann ist es etwas anstrengend.

Main Event

Nun zum eigentlichen Main Event. Ich bin am Freitag angereist und war also gut ausgeschlafen um 08:30 Uhr am Funkhaus. Das Publikum war schön gemischt, es herrschte eine tolle und positive Stimmung. Nachdem reibungslosen Check-In ging es in den Saal, vor dem die Tobias Beck Crew schon Party machte. Im Saal die erste Ernüchterung: Es gab keine Stühle. Noch einmal zur Erinnerung: Das Event ging von 09:00-20:00 Uhr. Da konnte ich mich direkt schon auf Rückenschmerzen einstellen.

DNX 2017

Mit Verzögerung startete der Einführungsvortrag direkt von den Veranstaltern. Hier waren einige schöne Eindrücke der DNX Camps zu sehen. Eine schöne Einstimmung auf die folgenden Vorträge.

Was für mich am Anfang seltsam war: Die Bewegungs- und Motivationseinlagen im Stile eines Tony Robbins. Die zogen sich noch weiter durch das Programm. Mit der Zeit machte das Spaß. Hier war für mich aber auch zu merken, dass es nicht gerade die straighte fachliche Konferenz ist, wie ich es von SEO Konferenzen kenne. Motivation und Party steht hier auch mit auf dem Programm.

Sascha vom Digitale Nomaden Podcast führte durch den Tag und motivierte die Zuschauer nach fast jedem Vortrag.

Conni Biesalski – Superpower Mindset 2.0: Wie du ein wirklich aussergewöhnliches Leben führst

Nach einer wegen Mikrofonproblemen vorgezogenen Pause startete Conni Biesalski von Planet Backpack mit ihrem Vortrag. Ich fand es sehr gut, wie ehrlich und offen Conni von Ihren Erlebnissen der Welt der digitalen Nomaden erzählt hat. Ich fand auch gut, dass dieser Vortrag gleich zu Beginn lief. Denn nachdem ich mich nun 1,5 Jahren mit dem digitalen Nomadentum beschäftige, weiß ich auch, dass neben dem ganzen Hype auch Schattenseiten gibt. Dieser Vortrag war gut zum Erden. Was habe ich von Conni mitgenommen?

  • Ich brauche eine Mission, die größer ist als ich
  • Contribution + Growth = Fullfilling
  • 30 Tage Challenges als kreative Herausforderungen setzen
  • Kontinuierlich Mind + Heart + Body weiterentwickeln
  • Auf eigenes Energiemanagement achten – Vegane Ernährung + intermittierendes Fasten + Bewegung
  • Andere Menschen inspirieren

Ehrenfried Conta Gromberg – 5 smarte Treppen-Tricks für Dein Geschäftsmodell

Nun folgte der fachlich stärkste Vortrag. Ehrenfried Conta Gromberg berichtete von seinen Learnings aus 25 Jahren Selbstständigkeit. Dieser Vortrag war auch deshalb so spannend für mich, weil ich aktuell DotComSecrets von Russell Brunson lese. Da gibt es inhaltliche einige Überschneidungen. Die Tricks von Ehrenfried:

  • Die eigene Strategie visualisieren
  • Von der Idee zu aufeinander aufbauenden Produkten entwickeln
  • Mach teure Produkte, pro Produktstufe sollte sich der Wert verzehnfachen
  • Nutze die Kraft von Automatisierung, Steuerung und Standardisierung
  • Ein zyklisches Angebot kann gut funktionieren (zeitlich begrenzt und dem Kunden bekannt)

Benjamin Jaworskyj – Vom Radiomoderator zum besten Abenteuer Fotografen Deutschlands: Jaworskyj around the world

Als dritter Speaker folgte Benjamin Jaworskyj. Da ich ebenfalls sehr in der Landschaftsfotografie aktiv bin, war ich natürlich gespannt, ihn mal live zu erleben. Benjamin erzählte von seinem Weg und seiner Motivation.

Als Ziel letztes Jahr stand für ihn auf dem Plan, seine Arbeit, die er sonst in 12 Monaten schafft, in 8 Monaten zu schaffen. Wie hat das für ihn und sein Team funktioniert?

  1. Beim Arbeiten kein Ablenkung – vollkommen im Tunnel arbeiten
  2. Ziele von oben nach unten planen – finales Ziel zuerst setzen
  3. Suche Leute, die dir helfen
  4. Analysiere dein Jahr nach Peaks und Lows, streiche die Lows weg und mache die Peaks noch besser
  5. Baue mehrere Income Streams auf, arbeite beispielsweise an einem pro Monat
  6. Arbeite gedanklich in der Zukunft
  7. Generiere eigenes Geld durch eigene Pitches
  8. Mach teure Produkte
  9. Entwickle deine Stärken weiter
  10. Erhole dich und schaffe Abstand

Die ersten drei Vorträge waren sehr unterschiedliche und alle auf ihre Weise toll.

Nach seinem Vortrag folgte die Mittagspause. Ursprünglich sollte diese mal 2 Stunden lang sein, durch verschiedene Programmverschiebungen waren wir dann bei gut einer Stunde. Die Toiletten waren vollkommen überfüllt. Vor den Essensausgabestellen bildeten sich lange Schlangen. Jeder bekam nur eine kleine Portion. Ich dachte es wäre schlau, den ersten Ansturm abzuwarten und ging eine Runde nach draußen in die Sonne. Der Weg nach draußen war eng und schlecht geplant, eine Warteschlange führte direkt durch die für 900 Teilnehmer viel zu kleine Haupteingangstür. 20 Minuten waren wir am Spreeufer und gingen dann wieder hinein.

Nach 15 Minuten anstehen dann der nächste Knaller: Es gab nur noch Reis mit Buttersauce. Viele Leute warteten noch darauf, dass noch einmal Gemüse nachgelegt wurde. Das dauerte wiederum eine halbe Stunde und war dann auch kalt. Viele Leute verbrachten ihre gesamte Pause mit Anstehen.

Tobias Beck – Werde die beste Version von dir selbst: Direkt umsetzbare Hacks die dich und dein Business aufs nächste Level bringen

Was nun folgte, war von den Learnings her nichts Neues. Was für ein guter Speaker und Motivator Tobias Beck ist, war einsame Spitze. Selten habe ich einen so guten Vortrag gesehen. Entertainment pur, zwischendurch bebte die Halle:

Meine Takeaways:

  • Die Leute die dich umgeben formen dich
  • Mach dein Love Business

Jennifer Lachs – Wie fange ich am besten an? Die besten Learnings beim Start ins Digitale Nomaden Leben

Jennifer Lachs von Digital Nomad Girls schloss sich an. Sie berichtete von Ihrem Start ins digitale Nomadenleben und was sie alles gelernt hatte:

  1. Folge deinem Traum, nicht dem von anderen
  2. Lern ständig dazu
  3. Du musst kein Gründer sein um zu starten

Der Vortrag ging noch weiter, jedoch hatten Mia und ich, mit der ich an diesem Tag unterwegs war, das dringende Bedürfnis dem dunklen und stickigem Raum zu entfliehen. Die Rückenschmerzen taten das Übrige.

Wir begaben uns also wieder in die Sonne und werteten die bisherigen Talks aus. Von anderen Konferenzen kenne ich es, dass es zwischendurch Snacks gibt, die draußen stehen. Bei der DNX nicht. Wir liefen also zur Tankstelle, um uns “gesunde” Dinge zu essen zu kaufen. Nach der Rückkehr war der Vortrag von Robert Gladitz – “Fuck Handbremse! Wie Dein Business so richtig abhebt!” gerade vorbei.

Lars Müller – DOING LEAN: Das Lean-Mindset für deinen erfolgreichen und schnellen Start ins Online Business

Lars Müller kannte ich schon durch einen Podcast. Der Vortrag erzählte seinen Werdegang und hatte jedoch mit dem eigentlichen Titel nicht viel zu tun. Zwei Takeaways habe ich mir dabei aufgeschrieben:

  • Spaß haben auf dem Weg
  • Entscheidungen treffen lohnt sich, selbst wenn es schlecht ausgeht lernt man dazu

Ka Sundance – Wirklich alles ist möglich! Rund um die Welt mit 6 Kindern und Online Business

Als letzter Vortrag folgte nun Ka Sundance. Er erzählte aus seinem Leben und lieferte noch einmal reichlich Motivation, die richtigen Dinge zu tun:

  1. Tu was du liebst
  2. Du bist immer bereit
  3. Warte nicht auf Unterstützung
  4. Such dir einen Tribe
  5. Sei unperfekt – einfach so wie du bist
  6. Schwing dich von einem Ast zum Nächsten – geh einfach Schritte und schau nach jedem Schritt, wie du weiter kommst
  7. Such dir Unterstützer, die an dich glauben

Ähnlich wie der Vortrag von Conni regte auch dieser zum Nachdenken an und war dabei sehr bodenständig.

Nach der Abschlussrede mit Partyeinlage der Moderatoren neigte sich die DNX 2017 dem Ende entgegen.

Nun war es etwa 20:30 Uhr. Draußen spielte noch Joe Löhrmann Open Air Klavier. Alle umstehenden Besucher waren still, eine ganz tolle Stimmung. Dahinter der Sonnenuntergang über der Spree.

Abendessen suchten wir vergebens. Auch die (natürlich nicht an der Eventlocation liegende) Partylocation musste man selbst anfahren. Shuttlebusse gab es nicht.

Mein Fazit

Was nehme ich also von der DNX 2017 mit? Ich habe wie erwartet eine Menge Motivation getankt. Ich fand die Vorträge gut, sie haben das digitale Nomadendasein von vielen Seiten beleuchtet. Auch merke ich, dass ich nach der Woche im Coconat und der DNX das Bedürfnis habe, weniger Fleisch zu essen und mich mehr auf meine Gesundheit zu fokussieren. Meinen Weg, direkt mein Herzensbusiness zu machen, werde ich weiter gehen. Der Spirit in der Szene ist toll.

Die Organisation des Events war leider unterirdisch. Hier kann sich die DNX vom SEO-Day in Köln eine Scheibe abschneiden. Dort gibt es Sitze(hoho), ausreichend Toiletten, Essen, Snacks zum Auftanken, Fluchtwege, gute Anfahrtmöglichkeiten und einen Shuttlebus zur Partylocation. Für den gleichen Eintrittspreis.

Resumee: Vorträge und Spirit top, Organisation flop.

7 Kommentare

  1. Steffen

    Stimme Dir, was das Essen geht, voll und ganz zu. Da ich bereits im letzten Jahr auf der DNX gewesen bin hatte ich mich schon auf die üppigen Menüs zu Mittag und die zahlreichen Snacks zwischendurch gefreut und war daher umso enttäuschter als lediglich ein paar trockene Kekse ausgelegt wurden. Das war es leider. Und beim Essen, bekam ich eine kleine Portion Reis mit Gemüse – der Auflauf war bereits aus – und das obwohl ich mich pünktlich angestellt hatte. Nein ich bin kein Bewohner – die DNX war sonst mega! – aber der Kopf funktioniert manchmal auch nur, wenn der Körper getankt wird. 😉

  2. Gunnar

    Prima Artikel – fasst es fast komplett zusammen. Die Organisation war unglaublich schlecht und was das Essen betrifft – selbst wenn man dann Gemüse bekommen hat, so wurde man geschmacklich richtig enttäuscht. Was mich hier besonders stört ist, das die Organisatoren der DNX immer schreiben und betonen, wie wichtig Ihnen gutes und gesundes Essen ist…….und dann so etwas!!

    Die Vorträge waren dafür aber Top……Tobias Beck und Ka Sundance waren richtig richtig gut.

  3. Heho Matze,

    das Problem an den ganzen „Mach dich besser Vorträgen“ ist doch, dass die meisten denken das wird einfach. Es wird immer positiv und easy dargestellt. Das ist es aber nicht immer 😉

    Wenn die dort „ehrliche“ Vorträge machen würden, dann wäre der Title auch kein „Besuchbait“ mehr.

    Wie klingt das: „Wie du jeden Tag hart deine Ziele verfolgst und auch Rückschläge verarbeitest“ – nicht so toll oder?

    Nur der, der es umsetzt, weiß wie schwer es sein kann, jeden Tag den Spirit aufrecht zu halten. Ein Speaker (so motivierend er auch sein mag) wird nie etwas am grundlegenden Mindset ändern.

    Boar war das jetzt negativ von mir… Aber die Vortragsthemen lesen sich alle gleich. Irgendeiner muss doch mal sagen, wo auch die Probleme sind ^^“.

    Ich mag ja eigentlich auch diese Art von Motivation. Du findest das aber seit neustem an jeder Ecke – was mir zeigt, dass das auch nur Gelaber und Business ist.

    Aber ich war nicht dabei. Vielleicht nur eine kleine negative Spitze von mir grade.

    Danke für den Recap.

    Ciao
    PKay

    (Mal schauen, ob ich hier einen Kommentar-Backlink einschmuggeln kann)

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